Alpenüberquerung - die Vierte

was treibt uns immer wieder dazu, sich den Strapazen, Einschränkungen und Herausforderungen eines solchen Unterfangens zu stellen?  Ist es die Versuchung seine eigene Leistungs- und Leidensgrenze ausreizen? Ist es der Drang, dem Alltag mit all seinen Facetten von Irrsinn zu entfliehen?   Ist es eine Flucht dem Konsumwahnsinn, in den uns die schillernden Werbewelt mit „Geiz ist geil“ oder „Kauf 3 zahl 2“-Lügen ziehen will  zu entkommen? Oder ist es der Wunsch, stundenlang in unberührter Natur zu verweilen? im Kreis der Gleichgesinnten seinen Sport aus(er-)leben? Oder liegt es an dem hohen Suchtfaktor von Adrenalin und Endorphin welche man dabei täglich verabreicht bekommt und welchem man sehr gerne erliegt?
Was auch immer es ist, für einige Mitglieder der Lemberger Radsportler wurde es Zeit sich wieder einmal von allem zu befreien und sich Ihrer Sucht zu stellen. So plante man schon seit Monaten an einem     Suchtprogramm welches im Juli vom Bodensee an den Gardasee führen sollte und uns die notwendige tägliche Dosis garantiert.
Bilder Alpenüberquerung die VierteNachdem Start und Zielort festlagen, wurden lohnenswerte Etappenziele genannt. Schnell fanden sich ehrfurchtseinflösende Namen wie „Passo de Gallo“, „Passo Mortirolo“  oder „Tremalzo“ auf der Vorschlagsliste. Auch bekannte, schon gefahrene Highlights wurden genannt. Auf der Strecke sollten 2 Guides mit Navigationsgerät unterwegs sein, um die Verantwortung,  9 Mann, 7 Tage lang quer durch die Alpen zu führen zu teilen. Rolf, verantwortlich für die ersten 3 Etappen und Klaus, für die folgenden 4 Etappen, erarbeiteten dann gemeinsam eine Route, welche mit 540 km und 15.400 hm von Bregenz nach Riva führen sollte. Routiniert begann man bereits im Frühjahr die notwendigen Trainingseinheiten ab zu spulen um entsprechend vorbereitet unsere Trans-Alp 2013 bewältigen zu können. Leider hatte das Wetter dabei überhaupt kein Einsehen mit uns. Kaum eine Ausfahrt konnte trocken beendet werden, auch die Teilnahmen an diversen Event wurden regelrecht weggespült. Völliges Depressionsstadium  erreichte uns im Juni, als wir die Nachricht hörten, dass es in den Alpen auf 1.600 m Höhe schneite.  Wie sollen wir da nur noch rüber kommen?  Erste, emotional-gesteuerte  Aussetzer wie „Isch bleib dehäm“ erreichen die Truppe auf Umwegen und so manche Ehefrau bekam beim Thema Wetter Redeverbot.
Letztlich doch einigermaßen vorbereitet aber dafür auf höchste motiviert starteten wir am 08. Juli nach Bregenz. Im Team war dieses Jahr die „Ehrhardt-Racing-family“ wieder komplett vertreten durch Paul Sr., Paul Jr. und Max, die geländegängigen Alten aber motivierten „wasunsnichttötetmachtunshärter“: Rainer Brestel, Klaus Emser, Rolf Gumbert, Wolfgang Neuber und neu dabei, Jens Becker, ein Allrounder dem kein Berg, egal ob rauf oder runter zu steil ist. Um diesen Haufen einigermaßen beisammen zu halten, hatten wir uns als Gag überlegt, wer bei der Etappe am ersten Berg als erster oben ist, muss am nächsten Tag als Besenfahrer  fungieren.  Als Coach und Begleitfahrzeug hat sich unser Kumpel Tony Stuppy mit seinem Sohn Laurenz verpflichten lassen.

1. Tag; Bregenz – Chur, 148 km 750 hm

Eine Etappe, welche leider bis heute nicht geklärt werden konnte wie es zu diesem „worst Case“ kommen konnte. Eigentlich sollten wir 65 km auf dem Rheindamm entlang bis nach Bad Ragaz pacen. Schöner runder Tritt, 35er-Schnitt. In den Schweizer Berge über den Kunkelspass, runter nach Tamins zum Etappenziel Chur, 96 km 1.450 hm.  Soweit so gut. Morgens Aufstellung zum Gruppenfoto, dem tatendurstigen Paul Sr. noch schnell den Besen angehängt und rauf auf den Rheindamm.   Selbstsicher zog unser Reiseleiter mit seinem Garmin davon, gefolgt von 8 gutgläubigen Bikern. Klaus, der an diesem Tag zwar mit aktiviertem  VDO fuhr, aber dies nur als Lehrstunde nahm, (erster Navieinsatz) fungierte als Beobachter. Die ersten km spulen wir wirklich super locker im 35er-Schnitt dahin. Irgendwann verlassen wir den Rhein und ziehen durch ein Wäldchen links weg. Vielleicht will uns unser Guide zu einem Cappuccino in dem schönen Städtchen Feldkirchen einladen?   OK, nichts mit Cappuccino, mitten über den Marktplatz, zwischen Obstkörben und staunenden Menschen hindurch sucht man die Richtung.   Bald schon wieder auf Radweg,  nehmen wir mit rundem Tritt wieder Fahrt auf. Wieder Tempo 30, gleiches Bild, der „Rhein“ wird immer schmäler. Die ersten Zweifel werden im Feld laut, trotzdem keine Reaktion, die Karawane zieht weiter.  Die Truppe pact vorneweg, der Beobachter wird immer unruhiger,  der Rhein wird immer schmäler, das Navi hat schon keine Karten mehr sichtbar, nur weiße Fläche, Niemandsland!  Dann erkundigen wir uns vorsichtig bei einem älteren Pärchen: „Entschuldigen Sie bitte, das ist doch nicht der Rhein?“, worauf diese in schallendes Gelächter ausbrechen und meinen: „Hanoi, des isch die Iller“.  Mit dieser neuen  Erkenntnis, schließt man wie die gedopten nach einigen km, mit 170er Puls zu der Truppe auf und verkündigt die Tatsache, das wir seit ca. 50 Bilder Alpenüberquerung die Viertekm auf dem falschen Weg sind, kein Kartenmaterial verfügbar ist und wir Hunger haben. Im nächsten Ort, kurz vor Bludenz erkundigen wir uns nach den  verbleibenden Möglichkeiten und erkennen, dass wir wieder komplett nach Feldkirchen zurück müssen, oder über den vor uns stehenden Gebirgszug, ca. 2.200 Hm müssten, - Danke! Max und Klaus gehen in Führung und ziehen mit 35-38-40 km/h zurück nach Feldkirchen. Wieder durch den Marktplatz, zum ersten Italiener, klasse Pasta, lecker Cappuccino den wir selbst zahlen. Trotz allem haben wir alle eine super Laune, obwohl nun noch ca. 60 km bis Chur vor uns liegen. Den Kunkelspass können wir vergessen, wir hoffen nur noch vor dem angekündigten Gewitter anzukommen. Unsere Reiseleitung, leicht in sich gekehrt, übernimmt wieder die Führung, zieht mit uns durch Liechtenstein, verfährt sich  trotz Einspruch des Beobachters erneut auf dem Rheindamm  (falsche Rheinseite)!!??!!. Wieder zurück,  Uferseite wechseln,  wieder in Führung, wieder mal keinen Plan, nur Tempo! Klaus und Wolfgang melden sich ab, lassen die anderen ziehen, halten sich an das routing  des VDO und erreichen 35 Minuten vor den anderen Ihr Hotel. Als die Truppe eintrifft sind sie bereits geduscht und völlig  relaxt. Wir spüren alle die 150 km in den Beinen und wundern uns warum wir uns ca. 80 km verfahren konnten. Wie es zu diesem blamablen Desaster kommen konnte,  bleibt ein Geheimnis über das wir den Mantel des Schweigens ausbreiten wollen. Aus einem Zimmer, hinter verschlossener Tür soll der Kommentar zu hören gewesen sein: „Wenn ich auf einem Radweg von Landau nach Zweibrücken will, muss ich doch merken dass ich nach Mainz unterwegs bin!“  - Gute Nacht.

2.Tag; Chur – Bergün,  58 km 1.540 Hm

Bilder Alpenüberquerung die VierteBlauer Himmel, Sonnenschein, Bikerherz was willst Du mehr. Der Anstieg nach Churwalden (1.250m) verläuft teils steil, aber auf leicht fahrbarem Untergrund, nur kurz muss geschoben werden. Richtung Tiefencastell sind immer wieder wunderschöne Trails in der Route eingebaut, so dass durch das dicht besiedelte Schweizer Urlaubsgebiet Arosa/Lenzerheide mit dem stetigen Wechsel auf Trail, Weg und Asphalt die km nur so addiert werden. Auf der Auffahrt nach Lenzerheide (1.480m) verdunkelt sich plötzlich der Himmel und es sieht schon früher als erwartet nach dem angekündigten Gewitter aus, dazu bläst ein heftiger Wind. Bei Tschividains verfährt sich die Gruppe mal wieder. Selbst Wolfgang, der heute als Besen fungieren sollte, zieht mit den Vorfahrern weg und verfährt sich ebenfalls. So erreichen Rolf und Klaus als erste Tiefencastell (870m), wo von dunklen Wolken nichts mehr zu sehen ist, man sich ein nettes Restaurant fürs Mittagessen sucht und kollegial den letzten heißumkämpften Tisch auf der Terrasse für sein Team verteidigt. Mit den üblichen Nudeln stärken wir uns, das erst mal im Leben lernen wir „Pitzockel“ kennen, eine regionale Spezialität die lecker schmeckt, aber wie Blei im Magen liegt.  Durch das Albulatal führt ein super Radweg, der auf unsere Route immer wieder mit kleinen spannenden Trailpassagen  aufgelockert wird. Zwischendurch sehen wir öfters den von Postkarten und Kalender bekannten roten Zug der Rhätischen Bahn. Auf dem sanft ansteigenden Weg dauert es natürlich nicht lange bis die Trittfrequenz selbst im dicken Gang in den Grenzbereich kommt. Gebremst werden wir bei Filisur dann nur durch einen Plattenfuß.  Da es noch zeitig am Nachmittag ist, die Tourleitung noch ein „Schmankerl“ geplant hat melden sich  Klaus und Wolfgang sicherheitshalber mal wieder ab, weil ein uriger Gasthof, idyllisch gelegen zum Einkehren lockt, ein Eis ist uns jetzt lieber. Komisch, die Anderen sind bereits nach 5 Minuten wieder zurück und entscheiden sich ebenfalls zu einer Einkehr. Beim bezahlen fällt Klaus dann das Eis fasst wieder aus dem Gesicht; 3 Kugeln Eis mit Schlag:  Sfr. 16,50 !!! Sorry, aber nie wieder Schweiz. Nach diesem Preis völlig geschockt folgen wir apathisch unserem Guide. Ganz schön steil führt der schmale Fahrweg Kurve um Kurve nach oben, die Sonne brennt, der Schweiß fließt.  Der Aussichtspunkt (1.500m) auf einem  Felsvorsprung oberhalb Bergüns, unserem heutigen Etappenziel war die schweißtreibende Auffahrt wert, die Aussicht ist wirklich grandios. Nach Bergün  (1.360m) geht’s dann kurz, aber im Highspeed runter. Hurra, angekommen. Das Hotel ist ein kleiner Geheimtipp, urig, rustikal und tolles Essen. Abends ziehen noch ein paar Regenwolken durch und wir schlafen wie die Murmeltiere.

3. Tag; Bergün - Bormio 89 km 2.580 Hm

Tolles Frühstück, blauer Himmel, mitten im Engadin und ein Bike unter dem Hintern, wir sind alle happy. Selbstbewusst, in Gott  (oder doch Garmin) vertrauend, übernimmt der Reiseleiter die Führung und Jens den Besen.Bilder Alpenüberquerung die Vierte Nach 50 m kommt das 1. Veto des Beobachters: sein VDO, welches für diesen Etappe  über das routing die Etappe  führen könnte, meldet Fehler. Zurück, hinter dem Hotel rechts raus Richtung Wildnis. Nach einigen km fällt auf, dass an jeder Abzweigung alle Augen auf den Beobachter gerichtet sind; Gott Vertrauen ist gut, aber der VDO vermutlich sicherer. Nach 8 km, bei einem Gehöft namens Latsch, geht’s dann erwartungsgemäß zur Sache. Der Fahrweg zieht erst steil, dann immer steiler nach oben. Kurz vor der Alm Chants (1.820m) müssen wir den Weg verlassen und auf einen Pfad, der als längere Tragepassage vor uns liegt. Mental darauf vorbereitet schieben und tragen wir unser Bikes die nächsten 700hm auf 4 km auf dem felsigen steilen Trail  Richtung Keschhütte. Klaus versucht mit seinen langen Beinen den Etappensieg von 2008 zum Rabbi-Joch zu wiederholen. Weiter oben  können wir zwischendurch öfters wieder aufsitzen, was Rainer gnadenlos ausnutzt um die Führung zu übernehmen. Die steilen Rampen  und der lose Untergrund zwingen uns aber immer wieder zum absitzen. Je höher wir steigen, umso häufiger kommen wir in die ersten Schneefelder die Gott sei Dank nur neben dem Weg liegen und nicht zu Fuß durchquert werden müssen. Irgendwann erkennen wir ganz oben im Bergsattel die Keschhütte und glauben nicht dass noch immer 300 hm vor uns liegen. Als wir ankommen, ziehen wir unsere Windjacken an, auf 2.650 m bläst auch bei Bilder Alpenüberquerung die Vierteblauem Himmel und Sonnenschein ein recht frischer Wind. Die Hütte an sich ist leider kein Schmuckstück für die Landschaft hier oben. Quadratisch, praktisch und hässlich, - nichts von Gemütlichkeit und Bergidyll. Trotzdem schnell ein Bild und weiter geht`s. Der Abstieg ist überraschend gut und kann meist gefahren werden. Bald erreichen wir eine Alm, wo sich eine Schweineherde  über den seltenen Besuch zu freuen scheint, vielleicht weil wir nach der Abfahrt auch leicht gesuhlt aussehen? Hinter einer breiten Bachdurchfahrt, die uns alle nasse Füße beschert folgt dann die Wahnsinnsabfahrt. Wirklich eines der Highlights auf unserer diesjährigen Transalp. Ein unglaubliches Gefühl wenn man in einer Gruppe in einer solchen Landschaft auf einem solchen Weg regelrecht talwärts fliegt. Schöne Kuppen zum springen sorgten  bei Einigen noch mehr oder weniger freiwillig für neue (Gott-sei-Dank  sturzfreie) Weitflugrekorde, - GEILLL. 1.000 Hm verlieren wir so,  Zeit fürs Mittagessen. In Susauna liegt am Weg eine schöne alte Gaststätte mit gemütlichem Biergarten. Was dem Einen seine Nudeln sind, ist dem Anderen seine Suppe. Egal, alle waren satt, zufrieden und wollten weiter. Bald standen wir vor einem schluchtartigen Tal vor einer Entscheidung; 2 Navis, 2 Möglichkeiten. Entweder mit Garmin nach rechts Richtung S-chanf auf die Straße, oder lt. VDO nach links in einen steilen Pfad runter. Ratlosigkeit im Team; jeder schaut den andern an bis Jens sich meldet: „Führt uns der VDO hier runter,? sicher?“ Klaus: „Ja, hier runter, ca. 100 m, dann 200 m Weg, dann über `ne Holzbrücke über den Fluss, dann sind wir drüben - sicher!“. Jens: „Also los dann“ und fährt los. Alle folgen und staunen nicht schlecht als wir die Strecke so wie beschrieben vorfinden.  Diese spannende Passage hat uns ca. 10 km Straße u. Radweg erspart. Richtung Zernez geht es auf einem super Fahrweg, wellig, kurze Rampen kurze Abfahrten, schön flott weiter, - und das Vertrauen in den VDO wächst von Abzweigung zu Abzweigung. In Zernez (1.470m) folgt die zähe Auffahrt auf Straße zum Ofenpass. Lang und konstant steil mit +/-12% ziehen sie sich die nächsten 15 km dahin. Für die Letzten übernimmt nun Jens seine Aufgabe als Motivator des Schlussfeldes. Geduldig unterhält er Beide die ganze Zeit ohne dabei auf seinen eigenen, sicher schnelleren Tritt zu achten. Das nennt man Teamarbeit und bringt Ihm großen Respekt ein. Kurz vor dem Ofenpass, bei Buffalora, (1.990m) sitzen die anderen schon bei einem Kaffee. Bilder Alpenüberquerung die VierteWir schließen auf und biegen rechts ab zum Passe de Gallo. Über ein breites ausgetrocknetes Flussbett durch Schotter ziehen wir über steile Almwiesenwege  zu unserem letzten Berg auf der heutigen Etappe. Auch hier motiviert Jens selbstlos das leidende Schlussfeld. Der als Schiebepassage klassierten Anstieg, auf gröbstem Schotter, fährt oder besser, balancierte er fahrend, während Klaus jeden Höhenmeter schiebt und schwitzt.  Oben angekommen ist es wunderschön: Hochalmen, Weidevieh, einfach alles was man so im Gebirge erwartet, und mittendurch führt ein schöner Trail. Hinter dem Pass (2.280m) erwartet uns eine der schönsten Abfahrten die man sich für einen Alpen-Cross wünschen kann. Da man ja schon leicht ermüdet ist, kommen uns die wenigen technischen Anforderungen gerade recht. So surfen wir Serpentine um Serpentine zwischen Felsen und Kiefernwäldchen mit Blick auf den smaragdgrünen Lago di Livigno im downhill - eine Traumabfahrt. Auch der Trail oberhalb entlang des Sees  ist genial und meist super fahrbar, teils aber auch stark ausgesetzt und zwingt uns immer wieder  kurz zum absteigen und schieben. Bis zu den Stauseen Lago di San Giacomo und Lago di Cancano führt uns ein sehr schöner Fahrweg, kurvig und wellig, der immer wieder zu kleinen Attacken reizt. Die Stauseen (1.880m) hatten wir bereits 2009 auf der rechten Seite umfahren. Dieses mal ziehen wir linksseitig vorbei bis wir dann wieder zu unserer Hammerabfahrt gelangen, die schon 2009 für  eine Dosis Adrenalin sorgte. Steil, Schotter, Serpentinen, die Scheibenbremsen werden heiß, viel zu schnell sind wir unten  und nur die grauen Staubwolken zeugen von unserem super Downhill. Nach einem letzten Gegenanstieg aus dem idyllischen Boscopiano fliegen wir euphorisch auf Straße wieder in Bormio  (1.200m) ein. Leider stellten sich über Tage an 2 Bikes technische Mängel ein, welche sich nur von einem Fachmonteur sicher überprüfen lassen. In der Gewissheit heute eine zwar anstrengende aber sicher eine der schönsten Tagesetappen unserer bisherigen Alpenabenteuer gefahren zu sein und einem kulinarischen Highlight schlafen wir  im besten Bike-Hotel der Alpen glücklich und zufrieden. 

4. Tag; Bormio – Ponte di Legno  65 km 2.280 Hm

Heute steht die als „Königsetappe“ gepriesene, 3-Pässe-Etappe auf dem Programm. Anderseits ist auch ein Besuch in einer Fahrradwerkstadt notwendig, was bedeutet, dass wir verzögert starten werden und die Route nicht wie geplant fahren können. Den Gavia-Pass sowie den Passo de Alpe müssen wir aus der Route streichen. Da die Abfahrt vom Passo de Alpe ein Tourhighlight wäre, wollen Jens und Max unbedingt die lohnenswerte Auffahrt mitnehmen. So ziehen die beiden schon 2 Stunden früher los, erklimmen den Gaviapass bis zur Abzweigung Passo de Alpe. Das bringt den Beiden nochmal extra 22 km mit 1.290 Hm ein bevor Sie auf der endlosen Abfahrt 1.560 hm non-stopp-downhill nach 17 km ins Adda-Tal gelangen wo die Strecke weiter zum Anstieg des Passo Mortirolo führt. Dort will man sich wieder treffen.
Die andere Gruppe sucht ein Bikeshop auf. Bei Paul ist ein neues Tretlager fällig, die Gabel von Klaus lässt sich nicht kurzfristig reparieren; Tipp des Monteurs, entweder Gabel blockieren, oder nur mit halben Speed downhill;  - super!!
Neben diesem Knacks soll an diesem Tag aber leider noch ein weiterer folgen. Was  als gute Idee gedacht war, mit 2 Navigationsgeräten zu fahren wird an diesem Tag leider zum Irrtum. Während das eine Gerät noch die aktuelle Route abruft, zieht eine Gruppe schon los, immer schön abwärts, ohne zu merken dass die 2te Gruppe noch gar nicht startbereit war. Mit Verzug, sicher dass man die gleiche Strecke fährt, zieht man kurz darauf nach, nur die 1. Gruppe ist schon up and away.   So entscheidet man,  einfach der gespeicherte Route zu folgen. Wie erwartet, wechseln sich schöne Radwege, kleine Nebenstraßen und nette kleine Ortschaften  auf der stets talwärts führenden Strecke ab. Zu Gruppe 1  war kein Anschluss mehr, ok, die haben ja auch ein Navi dabei.  Nach 27 km erreichen wir unseren Anstieg zu dem legendären Passo Mortirolo, auch Passo de la Foppa genannt. Dieser zählt zu einem der berüchtigsten Pässe des Giros, Lance Armstrong meint über ihn: “In den steilsten Sektionen hatte ich Schmerzen, echte Schmerzen. Der Mortirolo ist der härteste Anstieg den ich jemals gefahren bin“. Es gibt 3 Auffahrten, wir haben in unserer Route den 2ten gewählt, welcher von Grossotto (550m) aus führt. Nun gilt es 1.560 Hm auf  19 km mit selten unter 14 % aber bis zu 19 % Steigung zu bewältigen. Bilder Alpenüberquerung die VierteMit viel Respekt aber trotzdem voll motiviert machen wir uns auf. Anfangs zählen wir noch die Serpentinen, dann lassen wir`s einfach und kurbeln und treten und kurbeln, Kehre um Kehre. Ein kurzer Fotostopp mit Blick ins Tal lohnt die Mühe und lässt ahnen was schon an Höhenmetern zurückgelegt sind. Die topgraphisch gegebenen kurzen Zwischenabfahrten helfen einem da nichts, da die ja auch wieder hoch müssen. JAA, dann nach ca. 50 total unbeschreibliches  Gefühl, eine solche legendäre Auffahrt ebenfalls als „bezwungen“ abhaken zu dürfen. Ein Motorradfahrer macht uns noch schnell ein Foto an dem berühmten Pass und wir fahren zum nahe gelegenen Berggasthof. Dort trifft uns fast der Schlag, die ganze Gruppe sitzt da und hat schon gegessen. Max und Jens sind ja eh außerirdisch und waren als erste oben. Die „Verlorenen“, sind  auf die erste und weniger legendäre Auffahrt zum Mortirolo hoch, sind ebenfalls schon satt und machen einen angepissten Eindruck.  (Durch einen Datenfehler war deren Gerät gar nicht einsatzfähig, so fuhren sie ohne Garminhilfe frei nach Schnauze.) So war die Stimmung etwas gedrückt und wir essen ebenfalls unsere Nudeln. Ebenfalls gesättigt fuhr man dann sprachlos über diese unstimmige Planung weiter. Nachdem wir uns auf 1900 m im Gelände befanden und nur ein Navigerät aktiv war, musste die Gruppe unbedingt zusammen bleiben, was kein Problem darstellte, weil in dem recht unwegsamen Gelände, auf schwierigsten Trails abwärts, für alle abstiegen angesagt war. Der VDO zeigte jedoch immer die korrekte Strecke an, was ein Verfahren selbst hier oben unmöglich machte. Später konnten wir wieder auf schönen Wegen am Berg entlang, meist abwärts  mit kurzen und  knackigen Gegenanstiegen richtig Tempo machen. An verlassenen Gehöften vorbei ziehen wir im Wechsel durch Wald, Wiesen und Felder Richtung Tal. In der Talsohle erreichten wir schließlich den Radweg, der uns wieder zu einem „runden Tritt“ anspornt  und wir bis zu unserem Etappenziel  beibehielten. Nach  dem heutigen „Husarenstück“ erreichen unser Hotel  in Ponte di Legno (1.220m). Trotz den 3-Bett-Zimmern die wir vorfanden, war das Haus ein Schmuckstück und die überaus freundliche Scheffin  bekochte und bewirtete uns liebevoll mit einem hausgemachten „Pitzockel“. 

5 Tag; Ponte die Legno - Pellizzano 51 km 2.020 Hm

Eine geruhsame, kürzere  Sightseeing-Tour stand heute auf dem Programm, Museumsdorf Casa di Viso (wie schon 2009) sowie Via alta Camuna, einem alten, 11 km langen Gebirgspfad auf 2.390m, den man anl. der BIKE-Trans-Alp-Challenge vor 2 Jahren befahrbar  machte und sehr vielversprechende Vorschusslorbeeren kassierte. Bilder Alpenüberquerung die VierteNachdem uns die Wirtin noch ein Foto für Ihre Hotelhomepage machte und uns 1000 x alles Gute wünschte zogen wir los. Der Navigator führte die Gruppe direkt im Anstieg durch P.d.Legno, zweigt unterhalb von Pezzo in ein Seitental und die Gruppe erreicht auf einem sehr schönen Weg das bekannte Museumsdorf. 500 hm sind für heute bereits geschafft. Nun stand uns wieder die unendliche, 7 km lange Steigung mit Ihren unendlich scheinenden Kehren und 720 hm vor uns. Aber es sollte ja der einzige  Anstieg heute sein, so bleiben wir gelassen. Für unsere Cracks ist „die Schippe Sand“ wie Jens solche Auffahrten gerne nennt vermutlich nur lockerer Frühsport. In gewohntem Bild, Jugend vorneweg, dahinter die harten alten Säcke locker aufgereiht. So fährt die Gruppe bis zur Alm Rif. Bozzi (2.486m) mit  dem seltsamsten Bewohner der Alpen  (siehe Alpen-Cross 2009). Wir rollen auf einem Kuhpfad quer über die Wiese, zum Via alta Camuna, müssen dann tatsächlich nochmal kurz zu Fuß durch ein kleines Schneefeld bevor wir endlich den berühmten Pfad genießen können. Was wir von Bildern und Berichten kennen, können wir nur bestätigen. Eine baumlose, wunderschöne durch Alpenrosen rot leuchtende steppengleiche Landschaft. Ein super Trail, auf langen Teilen ganz frisch angelegt und auf eine „sichere“ Breite von 30 cm auf 80 cm ausgebaut. Als wir am Wegrand noch Hacke, Pickel und Werkzeug liegen sehen, haben wir großen Respekt und Anerkennung vor den Menschen, die hier hoch steigen um den Bike-Touristen eine solche Route zu bauen. Für viele Biker ein Vorteil, da es abschnittsweise neben dem meist ausgesetzten Pfad auch fast senkrecht steil runtergeht. Wer ermüdet ist, wird schon bei einem gröberen Stein auf dem Weg unsicher, also besser mal absteigen. Außer, wie soll es anders sein, Jens, Max und Paul Jr., hat jeder von uns mal mehr oder weniger den Fuß auf dem Boden.  Der Pfad umrundet sozusagen das Massiv um den Mte Tonale. Nach ca. 6 km zieht er sich dann östlich, was uns einen sensationellen Blick auf das  schneebedeckte Adamello-Massiv bietet. Für jeden Bergfreund, egal mit Bike oder zu Fuß ein sensationeller und beeindruckender Anblick.  Bilder Alpenüberquerung die VierteNach einem Fotostopp geht’s  bald weiter auf schönstem Trail downhill zum Passo del Tonale (1.883m). Leider finden wir hier unser Mittagessen statt in einem urigen Berggasthof, nur in einem Restaurant an der Hauptstraße.  Also wenig Idylle, dafür waren die Nudeln aber recht ordentlich. Nach kurzem Anstieg wieder auf unserem Weg, fahren wir oberhalb der Passstraße auf breitem Schotterweg immer leicht abwärts, nur mit den natürlichen Gegenanstiegen unterbrochen, was für uns natürlich Druck, Druck und nochmals Druck aufs Pedal bedeutet. So schießen wir  zu schnell für Fotos an alten Festung-Forts vorbei. Dann, wie konnte es anders kommen;  stoppt uns mal wieder ein Plattfuß der zwar schnell geflickt ist, für die Anderen auch eine willkommen kurze Pause bedeutet.
Wir nehmen die Fährte wieder auf,  deren Verlauf wieder richtig geil ist. Ein wenig befestigter Weg, 2 Schotterspuren mit hohe Grasnarbe mittig, mit schönen Kurven, immer fallend,  die klassischen Gegenrampen dazwischen und einige Wasserdurchfahrten sorgen für Abwechslung und einen riesigen Fahrspaß der schon Renncharakter hat. So erreichen wir am Nachmittag unseren Etappenort, Pellizzano (920m). Unsere Reiseleitung hat auch hier wieder eine sehr empfehlenswerte Adresse gefunden. Unser Hotel hat alles was man braucht, incl. Bikewerkstatt. Da es noch früh ist, gehen wir geschlossen in den kleinen Ort. Bei einem Superklasse-Eis in einem Straßenkaffee sehen wir uns noch die Schlussetappe der Tour de France an. Abends sitzen wir vor einem Buffet mit freier Auswahl. Es fällt schwer sich hier zurückzuhalten, schließlich liegen noch 2 Etappen vor uns bevor wir uns beim Abschlussessen der Völlerei hingeben dürfen.

6. Tag; Pellizzano – Cimmego 87 km 2.520 Hm

Eine Etappe, für welche auf Grund Ihrer Länge, 3 Variationen zur Auswahl stehen. Da wir morgens schon in einen strahlend blauen Himmel schauen durften, wurde die „Regenvariante“ gleich  gestrichen. Die „Extremvariante“ wurde uns vom Hotel gänzlich abgeraten, da mehrere längere Abschnitte als „very trickie“, als unfahrbar über Skipisten und Gebirgspfade führen sollten. Obwohl wir versicherten sehr  „geländegängig“ zu sein, riet uns der „Local“ von der Überquerung über den Mte.Vigo ab. Also blieb uns noch die 3t Variante, welche als die „Mittelschwere“ galt. Der VDO fand seinen Satelitten, der Navigator rollte an, und so zogen wir auf dem Radweg nach Dimaro. Dort bogen wir wie schon 2008 auf den herrlichen westlichen Brenta-Radweg. Durch dichten Wald, neben uns die Schlucht mit einem Bach, führt dieser  15 km bis nach Madonna di Campiglio. Max und Jens, denen die „mittelschwere“ zu mittel war, setzen sich mit Karten ausgerüstet schon frühzeitig von uns ab und  wollen unbedingt noch über den Pass Bregn da`l Ors , einen Flecken der uns 2008 schon begeisterte. Der Rest  ließ sich in Madonna  di. Campiglio eine leckere Pizza schmecken. Gestärkt und sichtlich entspannt steigen wir  mit Etappenziel Cimego auf unsere bikes. Es sollten 50 km durch Wald, Wiesen, Felder und  bewohntes Gebiet,  auf Radweg im Wechsel mit Forst- Feldwegen und  Pfaden, immer wieder  Haupt- und Nebenstraßen kreuzend,  meist leicht fallend vor uns liegen.  Bilder Alpenüberquerung die VierteNun war der VDO gefragt -  Nur jetzt nicht verfahren! Gleich schnell und steil auf Straße mit einigen Serpentinen, dann auf steilerem Radweg mit noch engeren Serpentinen durch den Wald. Dort überholen wir rasant einige Biker, was zeigt dass wir in jedem Terrain recht sicher unterwegs sind. So jagen wir fast ungebremst durch Pinzolo,  Spiazzo, bis Tione di Brento. Auf einem  Waldweg wurde zwischendurch regelrecht Attacken gefahren, wo das Feld sich mühte den Anschluss zu halten. Jeder hat halt so seine Schwächen und Stärken.  Nur einmal waren wir zu schnell, bzw. der Navigator zu langsam um bei 40km/h, in der Vielzahl der Möglichkeiten, den richtigen Weg auf dem VDO rechtzeitig zu erkennen und einzubiegen. So haben wir uns um 150 m verfahren.  Auf die Frage des Reiseleiters: „piepst doiner nät wonn ä Abzweischung kommt?“; bestätigte der Navigator: „Nur auf dem Rheindamm macht er das, - nur dort!,“ mit einem Augenzwinkern verriet ich ihm noch:„und manchmal sprich SIE sogar mit mir“. Belustigt nahmen wir die letzten Anstiege in Angriff. Stark profiliert, 659 hm auf 20 km, folgten wir dem Waldweg, wo auch wieder  beachtlich Tempo gemacht wurde. Die Attacken wurden zur Freude  der  Gruppe zwar kürzer, dafür aber häufiger. Dadurch wieder in bester Laune, wurde auf den letzten km auf Straße das Tempo nochmals verschärft. Bis wir in Cimego  (475m) ankamen hatte sich das Feld dann tatsächlich auch um  wenige Minuten auseinandergezogen. Am Ortseingang sammelten wir uns,und stiegen ca. 100 hm hoch zum Ort um unser Hotel zu suchen. Da nach dieser langen Tagesetappe keiner noch mehr unnötige Höhenmeter machen wollte, stellten wir das VDO über „routing“ auf Hotelsuche. Nach 3 Minuten, den 100 m uphill wieder downhill, standen wir direkt vor unserem Hotel. Von außen eine Topadresse. Der Pool beeindruckt uns, die Bar, wo wir uns direkt zur Schlussetappe der Tour de France versammelten war ebenfalls `unauffällig` erste Klasse. Als wir unsere Zimmer bezogen, traf uns fast der Schlag. Winzig kleine 3-Bett-Zimmer in denen drückende Schwüle herrscht; - keine 50 cm Abstand zwischen den Betten, kein Tisch, 1 Stuhl, primitives und unappetitliches Ambiente, nichts  frisch und sauber, teils  leicht müffelnd. Da liegen 8 Männer, von 6 Etappen etwas ermattet, die müden Beine auf den Taschen auf den Betten;  - das  Los der Vagabunden.

7. Tag; Cimego – Riva de Garde  58 km 2.300 Hm

Nach einer weiteren exorbitanten Erfahrung beim Frühstück im Bezug auf Gastlichkeit und Freundlichkeit
sind wir alle froh, dieses Haus verlassen zu können. Die 2 vor uns liegende Pässe, Passo de Rango und  der legendäre Tremalzo scheinen heute kein größeres Problem zu werden, trotzdem entscheiden wir uns in 2 Gruppen zu fahren. Zunächst noch gemeinsam ziehen wir auf zum Passo Rango (1.320m). Wie üblich zunächst noch auf befestigter schmalen Straße, nach einigen sehr schön idyllisch gelegenen Gehöften ändert sich der Belag auf groben Schotter. Irgendwann wird`s dann auch wieder richtig ungemütlich steil, was  die 1te Gruppe nutzt, Ihren Rhythmus beizubehalten, und zieht davon. Kein Wunder, Jens, Max, Paul Jr., stehen ja voll im Saft Ihrer Jugend, Rainer, hat einen schmerzfreien  „Quäl-Dich-Faktor“. Gruppe 2, Rolf, Klaus und Paul Sr. kurbeln im „Unterpuls“ locker weiter,  Wolfgang, hält sich am Schluss auf. Der Pass könnte genauso bei uns in der Pfalz zu finden sein. Dicht bewaldet mit Mischwald, breiten Wegen glaubt man, man steht irgendwo im Pfälzer Wald. Wir warten auf Wolfgang, warten und warten, ca. 30 Minuten. Langsam machen wir uns Sorgen. Ein Telefonat, Gott sei Dank hatten wir `ne Verbindung, bringt die Lösung. Hat er doch tatsächlich einen Wanderpfad zu Fuß benutzt, uns dadurch überholt und befindet sich nun bei der anderen Gruppe.  Wir sind sprachlos und machen uns  an den Abstieg. Runter geht`s  zunächst einige zig Meter zu Fuß, sausteil, hohe  und nasse Felsen sind mit den Radschuhe gar nicht so einfach zu gehen. Auf breitem Waldweg rasen wir bis Tiarno di Sopra ins Tal (750m). Dort angekommen bedauert man, sich von der Gruppe gelöst zu haben und nun den Anschluss zum Tremalzo in Frage stellen muss. Die Beine wären gut, die Stimmung ist Top, die Motivation wäre da, aber nun mit so großem Verzug in den 2ten Anstieg? also lässt man`s.  So wird die Idee geboren, am Gardasee über Pregasina der Gruppe entgegen zufahren. Der VDO wird auf Routing nach Pregasina gestellt. Auf der Südroute Lago die Ledro, genießen wir herrliche Anblicke und die Versuchung ins Wasser zu springen ist groß. Auf der Abfahrt kommt noch richtiges Garda-bike-feeling auf. Steil, technisch, schnell, alles was wir so brauchen.  Schon den Gardasee in Sicht,  meinen wir uns nicht mehr auf den Navi verlassen zu müssen, erliegen den Verlockungen eines wunderschönen Weges und verlassen die Route. Blöde Entscheidung war`s, nach ca. 1000 m Abfahrt stehen wir vor einem Abstieg welcher kaum fahrbar ist. Nach einem Überschlag mit blutigen Blessuren steigen wir gemeinsam zu Fuß runter Richtung Lago, bis wir bei Ponale die klassische Auffahrt nach Pregasina erreichen. Wieder im Sattel fahren wir 350 hm aufwärts unseren Freunden entgegen. In Pregasina (520m) kennen wir ein sehr schönes Lokal, voll auf Biker spezialisiert mit entsprechend großen Portionen Pasta. Auf der Sonnenterrasse genießen wir den Blick über den Lago die Garda.
Bilder Alpenüberquerung die VierteDie andere Gruppe muss ein höllisches Tempo vorgelegt haben. Nach ca. 1 Stunden kommen sie in Pregasina an. Die Schwärmereien von der legendären Serpentinenabfahrt lässt die anderen trotz dem Spaß auf Ihrer Runde etwas neidisch werden. Aber, nachdem alle satt sind, liegt ja  noch die gemeinsame Abfahrt nach Riva vor uns. Jeder kennt sie, an steilster Felswand direkt über dem See, enge Kurven, loser Belag, manchmal freie Sicht über die niedrige Mauer, manchmal durch Tunnels und manchmal durch in die Felswand gehauene Galerien. Noch schnell das traditionelle Fotoshooting über`m See, bevor es in den letzten Abschnitt geht, der mit geilen Anlieger und kleinen Sprüngen präparierten Bikestrecke. Leider ist kein Highspeed möglich, da zu viele Biketouries unterwegs sind die Ihre Kadaver mit Shuttle hochfahren lassen und uns auf der Abfahrt den Spaß rauben.  Auch entgegenkommende Radfahrer bremsen uns und gefährden sich und andere, was wir an einem blutiger Crash am Wegrand bestätigt sehen.  Egal, wie schon 3-mal zuvor erreichen wir wenig später den Hafen von Riva (65m). Die Strapazen, wie immer nicht der Rede wert und vergessen. Die Eindrücke welche man unterwegs gesammelt hat werden wir nicht vergessen. Bodensee – Keschhütte – Passe de Gallo  – Passo Mortirolo – Via alta Camuna – usw. bis heute, Riva del Garda. Nach dem Zielfoto  wieder das obligatorische Eis bevor es zum Hotel geht. Dort erwartet uns unser Hotelier schon mit 3 Flaschen Schampus. Gemeinsam, auch mit unserem Servicepersonal, Tony und Laurenz, die einen super Job gemacht haben, stoßen wir an und sind glücklich dass wir alle, nach 556 km und 13.990 Höhenmeter sturzfrei und gesund am Ziel angekommen sind.
Bilder Alpenüberquerung die Vierte
 
FAZIT:
Die Idee, 2 Guide und 2 Navigationsgeräte zu nutzen, sollte eigentlich für mehr Sicherheit und weniger Stress für den Verantwortlichen beim führen der Gruppen  sorgen.
Die Tatsache, dass man mit 2 unterschiedlichen Geräten, Garmin und VDO unterwegs war ließ öfters den Gedanken aufkommen: Sind wir  Versuchskarnickel bei einem Testversuch für Navigationsgeräte?
ABER: - wenn schon Test dann auch ein Ergebnis:
Zwar größer und schwerer, zu Anfang sogar scherzhaft als „Backstein“ bezeichnet; -  funktioneller, praktischer, deutlicher und SICHERER ist auf alle Fälle der VDO. Seine Möglichkeit auch unterwegs über „routing“, was man vom PKW bestens kennt zu navigieren, ist ein unschätzbarer Vorteil.
Man muss sich mit dem Gerät zunächst beschäftigen um es zu verstehen, denn die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.  Ein Einsatz zuvor auf Touren im  Revier wurde trotz Schulungskurs in Neustadt/Wstr. aus Scheu nicht getätigt.  Wirklich erst im „Fronteinsatz“ (siehe Bericht) kam das Teil zum Einsatz. Wenn es  „klick“ gemacht hat und man das VDO GP7 beherrscht, lässt es sich mit keinem anderen ersetzen. Dies ist keine persönliche Meinung oder Werbekampagne,  sondern ein Erfahrungsbericht.